Arbeitnehmerkündigung und nun? - Sylvia Jöbstl Personalmanagement

Time to say Goodbye – Arbeitnehmerkündigung und nun?

Kennt jemand folgende Situation? Grundsätzlich hat man einen recht guten Job, ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten, allerdings beschließt man nach einiger Zeit, dass man sich gerne verändern möchte und reicht die Kündigung ein. Klarerweise hält man sich an Kündigungsfristen und ist manchmal auch bereit dazu, über diese Zeit hinaus zu bleiben, bis die Nachfolge geregelt ist. Am Anfang stößt man vielleicht noch auf Verständnis, aber dann – EISZEIT! Man wird fast gemobbt, spürt wie man nicht mehr erwünscht ist, als sei man plötzlich der Feind – ein Überläufer… Und manchmal wird man dann von einer Sekunde auf die andere „vor die Türe gesetzt“.

Kommt dem einen oder andern bekannt vor?

 

Warum kommt es zu dieser Situation?

Geschätzte Hoteliers, Gastronomen, Direktoren, Vorgesetzte, Personaler… WARUM? Gekränkte Eitelkeit? Enttäuschung? Wenn es wirklich um heikle Positionen geht, kann ich eine sofortige Freistellung verstehen, aber selbst dann mit Anstand und Respekt, vor allem, wenn man davor eine gute Zusammenarbeit gewohnt war.

Wie dem auch sei – dieses Verhalten hat unglaubliche Auswirkungen, die wohl vielen nicht bewusst sind:

 

Was passiert wenn Sie im Streit „auseinander gehen“?

 

Demotivation

Mitarbeiter, die noch im Betrieb sind, aber schlecht behandelt werden, haben natürlich eine dementsprechende Motivation und werden auch dementsprechende Leistungen und Einsatz zeigen.

Was auch Kreise ziehen kann und andere Mitarbeiter lassen sich von dieser Demotivation „anstecken“. Was das bedeutet ist selbsterklärend, sinkende Motivation – Gästezufriedenheit sinkt – Schlechte Rezessionen/keine Weiterempfehlungweniger Gäste – ….

Beispielwirkung

Wenn Mitarbeiter sehen, wie ihre fast Ex-Kollegen auf einmal „nichts mehr wert sind“ werden sie auch fragen, wie viel Wertschätzung sie erfahren werden! Vorsicht vor dieser Spirale!!!

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Arbeitnehmerkündigung was nun? - Sylvia Jöbstl Personalmanagement

Was für Beschwerdemanagementauf Gästeseite gilt, gilt auch für (ehemalige) Mitarbeiter, auch sie tragen ihre negativen Erfahrungen in die Welt raus. Und heute nicht nur an Bekannte, über Social Networks und auch Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie www.kununu.com sorgen dafür, dass im schlimmsten Falle SEHR viele potentielle Bewerber / Mitarbeiter davon Wind bekommen.

Und wenn man sich doch im Guten verabschiedet?

 

Entscheidung

Ist der Mitarbeiter sehr wertvoll? Soll er im Unternehmen bleiben? Vielleicht gibt es ja noch die Möglichkeit, dass die Entscheidung noch nicht fixiert ist. Vielleicht findet man eine Aufgabe, die reizt oder ein anderes Angebot, dass eine weitere Zusammenarbeit ermöglicht.

Weil:

Das einzige, was nicht kopierbar ist, sind die Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Mitarbeitern und die Beziehungen der Mitarbeiter zu ihren Kunden! – Klaus Kobjoll

Mehr dazu: Der Erfolg wächst mit den Herausforderungen

(Arbeitgeber-)Image

Genau das Gegenteil des oben genannten Imageschaden, kann ich durch eine dementsprechende angenehme „Trennungsphase“ erreicht werden. Ihr Ex-Mitarbeiter wird positiv über das Unternehmen sprechen, wenn auch der Trennungsprozess positiv abgewickelt wird. Er wird seinen Ex-Betrieb vielleicht gar empfehlen. Und wer weiß? Vielleicht kommt er eines Tages auch mit einem Rucksack voller Erfahrungen wieder retour?

Nervenschonend

Und ich wage zu behaupten, eine Trennung, die von beiden Seiten einigermaßen fair abläuft Seiten schont auch die Nerven aller Beteiligten!

Was sollten Sie als Arbeitgeber unbedingt beachten?

 

  • Vereinbarungen, Rückgabe von Materialien

Übergabe von Schlüssel für den Betrieb, für das Personalzimmer, sowie Arbeitskleidung muss in einem ordentlichen Prozess geregelt sein – ebenso muss gut geklärt sein, wie man mit Codes für sämtliche Software und Online-Plattformen und Email-Adressen umgeht. Um auf der einen Seite einen (Daten)Missbrauch auszuschließen und auf der andren Seite auch den Mitarbeiter nicht vor den Kopf zu stoßen, wenn z.B. von einer Sekunde auf die andere sein Username im Buchungsprogramm nicht mehr funktioniert. Abläufe, die festgelegt und kommuniziert werden, bewahren hier vor viel Stress und Ärger.

  • Abrechnung und alle ihm zustehenden Dokumente gemeinsam durchgehen

Vielleicht gibt es die Möglichkeit am Tag der Abreise die Abrechnung schon fertig gestellt zu haben, aber zumindest sollte die Aufstellung der Überstunden und sonstige Dokumente vorbereitet sein und in Ruhe gemeinsam besprochen werden.

  • Zeugnis

Das Zeugnis sollte der Leistung entsprechend (über den gesamten Zeitraum der Zusammenarbeit gesehen) ausgestellt werden und im Besten Falle am letzten Arbeitstag bereit stehen. Wenn der Mitarbeiter ewig auf dieses für ihn wichtige Dokument warten und im schlimmsten Falle einige Male nachfragen muss, ist die beste Stimmung dahin.

  • Respektvoller Umgang

Auch wenn man den Mitarbeiter nicht gerne ziehen lässt, auch wenn man des Gefühl hat – sehr viel investiert zu haben und jetzt enttäuscht wird, achten Sie darauf, die Arbeitsatmosphäre nicht zu vergiften. Ein eventuell entstehender Frust sollte Keinesfalls am Rest der Mannschaft ausgelassen werden, weder von Ihnen noch vom Mitarbeiter in Kündigungsfrist.

 

Ein respektvoller Umgang bis zum letzten Tag von Arbeitgeber-, aber auch Arbeitnehmerseite, eventuell eine nette Abschiedskarte – ein nettes Abschiedsgeschenk und ein „in die Augen sehen können“ , also alles andere als ein Rosenkrieg, ist also wirklich empfehlenswert!

Arbeitnehmerkündigung und nun? - Sylvia Jöbstl Personalmanagement

Das Offboarding, also der Trennungsprozess ist wie das Dessert eines Menüs, das behält ihr Mitarbeiter im Kopf, auch wenn die Zusammenarbeit noch so angenehm war – wird ein bitterer Geschmack bleiben, wenn hier Fehler passieren! Hier ist natürlich auch der Punkt, der eine eventuell spätere Rückkehr ins Unternehmen, verhindert oder öffnet.

Selten wird der Trennungsphase viel Aufmerksamkeit geschenkt, dabei kann ein Offboarding Prozess, der wirklich durchdacht, dokumentiert und kommuniziert ist viel Geld, Zeit und Nerven schonen. Unterlagen und Infos dazu gibt es wie immer bei uns: hier zu den Kontaktdaten

 

Herzliche Grüße

Sylvia

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